Faktor GeschWINDigkeit

Auch wenn Überlandflüge wie der gestrige Flug nach EDUA Stechow ein sehr angenehmes und entspannendes Unterfangen sind, ist es genauso wichtig Landeübungen zu unternehmen, um die schwierigeren Aspekte der Fliegerei genauso zu trainieren wie die angenehmen.

Dazu haben wir heute am Flugplatz EDBM Magdeburg Landeübungen mit Crosswind bis zu 15 kts (etwa 27 km/h) unternommen. Derart starker Wind stellt durchaus eine große Herausforderung dar. Auch unter erfahrenen Piloten gibt es verschiedene Meinungen ob und wie man damit umzugehen hat, ein interessanter Artikel dazu ist hier zu lesen. Im Grunde muss man bei starkem Seitenwid darauf achten, dass man das Querruder in den Wind hält und mit dem Seitenruder dafür sorgt, dass das Flugzeug in der Flugbahn bleibt um exakt auf der Landebahn aufzukommen.

Ist der Wind jedoch so bockig wie heute kann dies durchaus schwierig werden. Das Platzrundentraining fordert höchste Konzentration. Das Zusammenspiel von Wind und Ruder ist elementar für das Landen mit Seitenwind. Denn der Wind war alles andere als gleichmäßig. Auf der 1km langen Piste war an jeder Stelle ein unterschiedlicher Wind. Um herauszufinden, wie die Windverhältnisse sind und um ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie man mit dem Wind umgehen muss, haben wir nach der zweiten Landung einen sogenannten Low Approach gemacht. Ein Tiefanflug, bei dem man die Bahn anfliegt, aber keinen Bodenkontakt herstellt sondern bis zur Bahnmitte bei niedriger Höhe über den Boden fliegt. Dabei machte sich bemerkbar welche verschiedenen Windeinflüsse je nach Vorhandensein orografischer Hindernisse am Platz auf das Flugzeug einwirkten.

Alles in allem blieb es eine anstrengende Übungseinheit, die noch verschiedene Problemfelder offenlegte, welche es in den kommenden Unterrichtsstunden zu beheben gilt. Vorallem heißt das, dass wir uns an die Windkomponente herantasten werden in dem wir zunächst bei schwächerem und frontalerem Wind trainieren und die Bedingungen im Laufe der Ausbildung verschärfen.

Je nachdem wie es das Wetter zulässt werde ich also morgen und/oder am Freitag wieder Landeübungen absolvieren.

Bis dahin einen guten Flug all jenen, die bereits Piloten sind!
Schmuel

2 Antworten auf „Faktor GeschWINDigkeit“

  1. … es ist doch immer wieder erstaunlich, dass sich Piloten mit den selben Problemen herumschlagen wie Skipper. Keiner von beiden mag den Grund, keiner mag es, seine Reise zu unterbrechen (das Landen oder Anlegen). Ungünstige Winde gerade bei komplexen Abdeckungsformen (Orographie des Weserstadions beispielsweise) machen die Nähe zum Land weiterhin unangenehm (Gibt es Legerwall-Situationen für Piloten?). Es sind eben Sportarten mit eingebautem Fernweh (und atemberaubenden Ansichten).

    Mal schauen wer länger fernbleiben kann, ein Segler zur See oder ein UL Pilot mit jeweils 10l Tankfüllung ;D

    1. Also Legerwall-Situationen für Piloten gibt es in der Form zwar nicht, aber wenn der Seitenwind ordentlich drückt beim Slippen besteht tatsächlich die Gefahr (besonders bei Tiefdeckern) auf Grund zu stoßen… mit der Tragfläche. Keine Schöne Situation und daraus kann man sich im Grunde auch nicht mehr retten 😉

      […] Fern bleiben kann – oder eben Fernbleiben muss. Abhängig vom Geldbeutel. Leider.. Ich glaube Tendenziell würden beide Segler und Pilot nur ungern auch nur eine Minute fern vom Flugzeug oder Segelboot bleiben. Aber die Vorfreude ist natürlich dadurch umso größer und schöner!

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